Publikation: Herz-MRT bei Verdacht auf Herzinfarkt trotz freier Herzkranzgefäße

Publikation im Fokus

Gemeinsam mit Kolleg:innen der Radiologie des Helios Universitätsklinikums Wuppertal hat Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper eine Studie im Fachjournal „Diagnostic and Interventional Radiology“ veröffentlicht. Die Arbeit untersucht, welchen diagnostischen Wert das Herz-MRT bei Patient:innen mit Verdacht auf einen Herzinfarkt hat, wenn die Herzkatheter-Untersuchung überraschend keine verengten Herzkranzgefäße zeigt.

Worum geht es in der Studie?

Manche Patient:innen kommen mit Brustschmerz und erhöhten Herz-Laborwerten (Troponin) in die Notaufnahme – typische Anzeichen eines Herzinfarkts. Die Herzkatheter-Untersuchung zeigt dann aber überraschend keine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße. Für diese Patient:innen bleibt die eigentliche Ursache zunächst unklar.

In der Studie wurden 213 Patient:innen mit diesem Befund im Median zwei Tage nach der Herzkatheter-Untersuchung mittels Kardio-MRT untersucht. Ziel war es herauszufinden, wie zuverlässig sich mit der MRT eine endgültige Diagnose stellen lässt.

Warum das für Patient:innen relevant ist

Bei 97 % der untersuchten Patient:innen konnte das Herz-MRT trotz unauffälliger Herzkranzgefäße eine endgültige Diagnose liefern. Am häufigsten fanden sich:

  • ein tatsächlicher Herzinfarkt (40 %),
  • ein Broken-Heart-Syndrom / Takotsubo-Syndrom (33 %),
  • eine Herzmuskelentzündung, sog. Myokarditis (24 %).

Patient:innen mit Takotsubo-Syndrom hatten dabei die stärkste Einschränkung der Pumpfunktion und das höchste Risiko für Komplikationen im weiteren Verlauf. Für Betroffene bedeutet das: Auch wenn der Herzkatheter unauffällig ist, kann ein zeitnahes Herz-MRT die entscheidende Diagnose liefern – und damit die richtige Behandlung ermöglichen. Mehr zu den möglichen Ursachen finden Sie auf unserer Seite zu Durchblutungsstörungen des Herzens.

Hier der Link zur Publikation:
Abanador-Kamper N, Kamper L, Costello-Boerrigter L, Haage P, Seyfarth M. MRI findings in patients with acute coronary syndrome and unobstructed coronary arteries. Diagn Interv Radiol. 2019;25(1):28–34. DOI: 10.5152/dir.2018.18004 – Open Access

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