Kardiale Sarkoidose: Wann ist eine Kardio-MRT indiziert?
Kurz & knapp
Bei Verdacht auf eine kardiale Beteiligung einer Sarkoidose – insbesondere bei unklarem AV-Block, ventrikulären Arrhythmien oder bekannter extrakardialer Sarkoidose – ist die Kardio-MRT die Methode der ersten Wahl zur nichtinvasiven Diagnosesicherung.
Typische klinische Konstellation
Patienten <60 Jahre mit neu aufgetretenem höhergradigem AV-Block oder ventrikulären Tachykardien unklarer Genese sowie Patienten mit gesicherter extrakardialer Sarkoidose und kardialen Symptomen bzw. im Rahmen eines Screenings.
Screening bei extrakardialer Sarkoidose
Bei gesicherter pulmonaler oder systemischer Sarkoidose wird eine kardiale Mitbeteiligung klinisch häufig unterschätzt. Ein systematisches Screening mittels EKG und ggf. Kardio-MRT wird gemäß aktueller Leitlinien empfohlen.
Abgrenzung zu anderen Kardiomyopathien
Im Gegensatz zu ischämischen Ursachen folgt das Schädigungsmuster bei einer Sarkoidose nicht den Versorgungsgebieten der Herzkranzgefäße. Aufgrund der komplexen Pathophysiologie existiert kein einheitliches LGE-Muster. Die Identifikation einer kardialen Sarkoidose ist hochgradig anspruchsvoll. Sie erfordert die fundierte Expertise eines spezialisierten Zentrums, da eine frühe Diagnose prognostisch entscheidend ist, um rechtzeitig die richtige Therapie einzuleiten.
Über die Autorin
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.
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