Kardiale Raumforderungen: Wann ist eine Kardio-MRT indiziert?
Kurz & knapp
Bei echokardiographisch unklarer intrakardialer Raumforderung oder bei der Differenzierung zwischen Thrombus und Tumor ist die Kardio-MRT aufgrund ihrer überlegenen Gewebecharakterisierung die Methode der Wahl.
Unklare Echokardiographie-Befunde
Jede echokardiographisch neu entdeckte intrakardiale Raumforderung sollte kardio-MRT-tomographisch weiter abgeklärt werden, insbesondere wenn eine sichere Unterscheidung zwischen Thrombus, Tumor und Pseudomasse (z. B. prominenter Warzenmuskel, Chiari-Netzwerk) nicht gelingt.
Thromboserisiko-Konstellationen
Bei Vorhofflimmern, dilatativer Kardiomyopathie oder nach transmuralem Myokardinfarkt mit apikalem Aneurysma ist ein linksventrikulärer bzw. linksatrialer Thrombus eine wichtige Differenzialdiagnose, die mittels Long-TI-LGE-Sequenz zuverlässig gesichert oder ausgeschlossen werden kann.
Tumorstaging und Verlaufskontrolle
Bei bekanntem Malignom mit Verdacht auf kardiale Metastasierung sowie zur Verlaufskontrolle nach Resektion eines primären Herztumors liefert die Kardio-MRT zusätzlich Informationen zur Ausdehnung und hämodynamischen Relevanz.
Über die Autorin
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.
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