herzmuskel-
Erkrankung

Ihr Kardiologe hat den Begriff Kardiomyopathie erwähnt? Wir erklären, was das bedeutet. 
 
 

Bei einer Kardiomyopathie ist der Herzmuskel selbst krank. Das ist anders als bei einer Durchblutungsstörung des Herzens. Dort fehlt dem Herzen Blut, zum Beispiel durch verengte Gefäße. Bei einer Kardiomyopathie liegt das Problem direkt im Muskelgewebe. Es gibt viele Formen. Die zwei häufigsten heißen DCM und HCM. Wir erklären beide.

DCM: Die dilatative Kardiomyopathie

 
 

Bei der DCM weitet sich das Herz. Es wird größer und schwächer. Das Herz kann dann nicht mehr richtig pumpen. Oft entsteht daraus eine Herzschwäche.

Wichtig zu wissen:

  • Die DCM wird oft erst spät entdeckt. Viele Fälle bleiben lange unbemerkt. Erste Anzeichen sind oft unspezifisch: schnellere Erschöpfung, Luftnot beim Treppensteigen, gelegentliches Herzstolpern. Solche Beschwerden werden häufig zunächst nicht mit dem Herzen in Verbindung gebracht.
  • Es gibt zwei Ursachen-Gruppen: angeboren (idiopathisch) oder durch etwas anderes ausgelöst. Zum Beispiel durch eine Entzündung, durch Gifte wie Alkohol oder bestimmte Medikamente, oder durch Hormonstörungen wie eine Schilddrüsenerkrankung. Auch nach einer Schwangerschaft kann sich in seltenen Fällen eine DCM entwickeln.
  • Im Herz-MRT sehen wir oft eine Narbe in der Mitte der Herzwand. Das nennt man Late Gadolinium Enhancement, kurz LGE. Diese Narbe sagt viel über die Prognose aus: Je mehr Narbengewebe, desto höher ist meist das Risiko für Rhythmusstörungen und eine fortschreitende Herzschwäche.
  • Eine wichtige Aufgabe der Bildgebung: die DCM von einer Kardiomyopathie durch Durchblutungsstörung zu unterscheiden. Beide können ähnlich aussehen – ein vergrößertes, schwaches Herz. Nur das MRT zeigt den Unterschied sicher: Bei einer Durchblutungsstörung liegt die Narbe meist außen an der Herzwand, bei der DCM eher in der Mitte.

HCM: Die hypertrophe Kardiomyopathie

 

Bei der HCM wird die Herzwand zu dick. Der Herzmuskel wächst krankhaft, meist ohne erkennbaren äußeren Grund wie Bluthochdruck oder intensiven Sport. Das ist die häufigste genetisch bedingte Herzerkrankung.

Wichtig zu wissen:

  • Die HCM betrifft oft junge Männer. Sie kommt häufig in Familien vor.
  • Deshalb ist sie auch beim Sportler-Screening ein wichtiges Thema. Vor intensivem Training sollte das Herz genau untersucht werden, denn eine unentdeckte HCM ist eine der häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herztod bei jungen Sportler:innen.
  • Auch bei der HCM zeigt das MRT eine Narbe (LGE). Sie sieht anders aus als bei der DCM: fleckig, oft an einer bestimmten Stelle nahe der Papillarmuskeln – das sind die kleinen Muskelstränge, die die Herzklappe halten.
  • Diese Narbe hilft, das persönliche Risiko einzuschätzen. Das ist wichtig für die Frage: Braucht die Person einen Defibrillator oder engere Kontrollen? Auch die Dicke der Herzwand und die Größe des Herzens fließen in diese Einschätzung mit ein.

Wenn eine Kardiomyopathie in der Familie vorkommt

 
 

Beide Formen können vererbt werden – die HCM besonders häufig, aber auch die DCM tritt in vielen Fällen familiär auf. Ist ein Elternteil, Geschwister oder Kind betroffen, steigt das eigene Risiko.

Deshalb empfehlen wir in solchen Fällen ein Screening von Angehörigen. Eine frühe Untersuchung – auch ohne Beschwerden – kann eine beginnende Erkrankung sichtbar machen, lange bevor sie Probleme verursacht. Das gibt Sicherheit und Zeit, um gemeinsam die richtigen nächsten Schritte zu planen.

Warum das Herz-MRT so wichtig ist

Was Sie tun können

 
 

Beide Formen lassen sich oft nicht allein durch ein Abhören oder ein EKG erkennen. Erst die Bildgebung zeigt genau, was im Herzen passiert.

Das Herz-MRT kann:

Das alles funktioniert ganz ohne Röntgenstrahlen.

 
 

Kommt eine Herzmuskelerkrankung in Ihrer Familie vor? Oder haben Sie Beschwerden wie Luftnot, Leistungsknick oder Herzstolpern? Dann sprechen Sie mit uns. Eine frühe Abklärung hilft, das persönliche Risiko einzuschätzen.

Vereinbaren Sie gern einen Termin über unsere Kontaktseite.

Andere Kardiomyopathie Formen​

 
 

Neben den oben beschrieben Formen der Kardiomyopathie gibt es noch weitere Formen an Herzmuskelerkrankungen im Rahmen von seltenen Herzmuskelerkrankungen und auch die Stress-Kardiomyopathie, das sogenannte Broken-Heart Syndrom einer Erkrankung die vermehrt Frauen betrifft auf die wir an anderer Stelle und beim Thema Frauengesundheit genauer eingehen. 

FAQ zum Thema

Ist eine Kardiomyopathie erblich?
Ein Teil der Fälle, insbesondere bei der HCM, ist erblich bedingt. Bei familiärer Vorbelastung kann eine Untersuchung nächster Angehöriger sinnvoll sein.

Wie unterscheidet sich eine Kardiomyopathie von einem Sportlerherz?
Beides kann sich in einer Vergrößerung oder Verdickung des Herzmuskels zeigen. Die Herz-MRT kann anhand von Gewebestruktur und Funktionsmustern meist zuverlässig unterscheiden, welche Ursache vorliegt.

Kann eine Kardiomyopathie behandelt werden?
Ja, es gibt verschiedene medikamentöse und, je nach Fall, auch device-gestützte Behandlungsansätze. Die passende Therapie richtet sich nach Form und Schweregrad der Erkrankung.

Wie oft sollte bei einer bekannten Kardiomyopathie eine Kontrolle erfolgen?
Das hängt von der individuellen Situation ab. Gerne besprechen wir mit Ihnen in einem persönlichen Termin einen passenden Kontrollrhythmus.

Weitere allgemeine Fragen rund um Ablauf, Vorbereitung und Kosten beantworten wir Ihnen ausführlich auf unserer FAQ-Seite.

Email (kontakt@herzbildgebung.nrw)


Telefon (+49 211 972 65212)