Myokarditis: Wann ist eine Kardio-MRT indiziert?
Kurz & knapp
Bei Verdacht auf akute Myokarditis ist die Kardio-MRT die zentrale bildgebende Modalität zur nichtinvasiven Diagnosesicherung. Nach der 2025-ESC-Leitlinie zum inflammatorischen Myokard- und Perikardsyndrom (IMPS) sollte sie möglichst frühzeitig nach Symptombeginn erfolgen.
Typische klinische Konstellation
Junge, häufig männliche Patienten mit thorakalen Beschwerden – oft im Anschluss an einen fieberhaften Infekt – mit Troponinerhöhung ohne relevante Koronarstenose. Begleitend können EKG-Veränderungen sowie regionale oder globale Funktionsstörungen auftreten.
Zeitpunkt der Untersuchung
Die Sensitivität für das akute Myokardödem ist in den ersten ein bis zwei Wochen nach Symptombeginn am höchsten. Bei klinischem Verdacht sollte die Kardio-MRT daher möglichst zeitnah angefordert werden.
Abgrenzung zu Echokardiographie und CT
Die Echokardiographie dient dem initialen Ausschluss struktureller Komplikationen (Perikarderguss, hochgradige Funktionseinschränkung), liefert jedoch keine Gewebecharakterisierung. Eine Koronar-CT kann bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit eine KHK als Ursache ausschließen, ersetzt aber nicht die Gewebediagnostik der Kardio-MRT.
Red Flags
Hämodynamische Instabilität, ventrikuläre Arrhythmien oder eine deutlich reduzierte Ejektionsfraktion gelten laut aktueller DGK-Stellungnahme als Warnzeichen („Red Flags“), die eine rasche, ggf. erweiterte Diagnostik inklusive Myokardbiopsie erfordern.
Über die Autorin
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.
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