Kardio-MRT-Kompendium
Kapitel 5 | Erkrankungen

Myokarditis im Kardio-MRT


Kurz & knapp

Die Myokarditis ist ein inflammatorisches myoperikardiales Syndrom (IMPS) mit Verlauf zwischen kompletter Remission und irreversibler Narbe, betrifft hauptsächlich jüngere männliche Patienten und zählt zu den drei häufigsten Indikationen für eine Kardio-MRT. Die Diagnostik stützt sich klassischerweise auf Mid-Wall-LGE und Myokardödem, ergänzt durch T1- und T2-Mapping nach den aktualisierten Lake-Louise-Kriterien.

Hintergrund

Die Myokarditis wird als inflammatorisches myoperikardiales Syndrom (IMPS) beschrieben. Der Verlauf reicht von kompletter Remission bis zu irreversibler Narbenbildung. Betroffen sind hauptsächlich jüngere männliche Patienten.

Wann? – Indikation

Myokarditis gehört neben koronarer Herzkrankheit und Kardiomyopathien zu den drei Top-Indikationen für die Kardio-MRT, jeweils mit prominenter Position in aktuellen Leitlinien. Typische Fragestellung ist die Diagnosesicherung anhand der Lake-Louise-Kriterien mittels T1- und T2-Mapping.

Warum? – Klinische Konsequenzen

Der Befund hat unmittelbare therapeutische Konsequenzen:

  • Indikation zur Immunsuppression
  • Entscheidung Sportkarenz vs. „Back to play“

Wie & Was? – Diagnostik und Befunde

Klassischerweise zeigt sich ein Mid-Wall-LGE gemeinsam mit einem Myokardödem. Ergänzend liefern T1-Mapping (inkl. Extrazellularvolumen, ECV) und T2-Mapping die Grundlage der aktualisierten Lake-Louise-Kriterien. Die kardiale MRT ist damit zentraler Bestandteil der neuen ESC-Leitlinie 2025 zu Myokarditis und Perikarditis.

Auch im Übersichtsartikel von Abanador-Kamper et al. (2026) wird hervorgehoben, dass die Kardio-MRT bei entzündlichen Myo- und Perikarderkrankungen mit Mapping-Techniken und LGE die Basis einer differenzierten Diagnostik und Prognoseeinschätzung bildet.