Myokarditis im Kardio-MRT


Kurz & knapp

Die Myokarditis ist ein inflammatorisches myoperikardiales Syndrom (IMPS) mit Verlauf zwischen kompletter Remission und irreversibler Narbe, betrifft hauptsächlich jüngere männliche Patienten und zählt zu den drei häufigsten Indikationen für eine Kardio-MRT. Die Diagnostik stützt sich klassischerweise auf Mid-Wall-LGE und Myokardödem, ergänzt durch T1- und T2-Mapping nach den aktualisierten Lake-Louise-Kriterien.

Hintergrund

Die Myokarditis wird als inflammatorisches myoperikardiales Syndrom (IMPS) beschrieben. Der Verlauf reicht von kompletter Remission bis zu irreversibler Narbenbildung. Betroffen sind hauptsächlich jüngere männliche Patienten.

Wann? – Indikation

Myokarditis gehört neben koronarer Herzkrankheit und Kardiomyopathien zu den drei Top-Indikationen für die Kardio-MRT, jeweils mit prominenter Position in aktuellen Leitlinien. Typische Fragestellung ist die Diagnosesicherung anhand der Lake-Louise-Kriterien mittels T1- und T2-Mapping.

Warum? – Klinische Konsequenzen

Der Befund hat unmittelbare therapeutische Konsequenzen:

  • Indikation zur Immunsuppression
  • Entscheidung Sportkarenz vs. „Back to play“

Wie & Was? – Diagnostik und Befunde

Klassischerweise zeigt sich ein Mid-Wall-LGE gemeinsam mit einem Myokardödem. Ergänzend liefern T1-Mapping (inkl. Extrazellularvolumen, ECV) und T2-Mapping die Grundlage der aktualisierten Lake-Louise-Kriterien. Die kardiale MRT ist damit zentraler Bestandteil der neuen ESC-Leitlinie 2025 zu Myokarditis und Perikarditis.

Auch im Übersichtsartikel von Abanador-Kamper et al. (2026) wird hervorgehoben, dass die Kardio-MRT bei entzündlichen Myo- und Perikarderkrankungen mit Mapping-Techniken und LGE die Basis einer differenzierten Diagnostik und Prognoseeinschätzung bildet.

Besonderheiten bei Frauen

Autoimmunerkrankungen mit kardialer Beteiligung (z. B. systemischer Lupus erythematodes) betreffen überproportional Frauen und können sich als lymphozytäre Myokarditis manifestieren. Seltener tritt eine Myokarditis auch peripartal auf und muss dann von der Peripartum-Kardiomyopathie abgegrenzt werden – beide Entitäten können koexistieren.

Alle Themen im Überblick: Kardio-MRT bei Frauen →

Abb.: Diagnostischer Grundalgorithmus der Kardio-MRT – von der klinischen Fragestellung über Funktion, Mapping und LGE zur Diagnose und therapeutischen Konsequenz. Klinische Fragestellung V. a. Myokarditis Kardio-MRT Funktion Regionale/globale WBS oft erhaltene Ejektionsfraktion Mapping T1 nativ ↑, T2 ↑ (Ödem) ECV ↑ (Lake-Louise-Kriterien) LGE Subepikardial / mid-wall, typischerweise inferolateral Diagnose Akute / chronische Myokarditis DD: Takotsubo-Kardiomyopathie, KHK Klinische Konsequenz Körperliche Schonung CMR-Verlaufskontrolle ggf. Herzinsuffizienztherapie herzbildgebung.nrw
Abb.: Diagnostischer Grundalgorithmus der Kardio-MRT – von der klinischen Fragestellung über Funktion, Mapping und LGE zur Diagnose und therapeutischen Konsequenz.
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Sprecherin der DGK-Arbeitsgruppe 21 (Kardio-MRT)

Über die Autorin

Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.

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