Kardio-MRT-Kompendium
Kapitel 5 | Erkrankungen

Koronare Herzkrankheit im Kardio-MRT


Kurz & knapp

Bei koronarer Herzkrankheit (KHK) beantwortet die Kardio-MRT über Funktion, Stress-Perfusion und LGE-Pattern die Fragen nach Vitalität vs. Narbe, Infarktgröße und Ischämienachweis – koronarterritorial und subendokardial/transmural verteilt. Die Befunde steuern direkt die Entscheidung für oder gegen eine Revaskularisation.

Wann? – Indikation

Zentrale Fragestellungen bei Verdacht auf KHK bzw. ischämische Kardiomyopathie sind die Unterscheidung von Vitalität vs. Narbe, die Bestimmung der Infarktgröße und die Frage, ob eine ischämische Kardiomyopathie vorliegt.

Warum? – Klinische Konsequenzen

Die Befunde beeinflussen unmittelbar die Therapieentscheidung:

  • Revaskularisation ja/nein
  • Prognoseeinschätzung

Wie & Was? – Diagnostik und Befunde

Die Diagnostik stützt sich auf drei Bausteine:

  • Funktion: territoriale Wandbewegungsstörungen (WBS)
  • Stress-Perfusion: Nachweis einer induzierbaren Ischämie über Kontrastmittel-Anflutung in Ruhe und unter pharmakologischem Stress (Adenosin oder Regadenoson)
  • LGE-Pattern: koronarterritorial verteilt, subendokardial bis transmural

Für Therapiesteuerung und Prognose sind Vitalität bzw. Narbe, die Revaskularisationsindikation sowie Narbengröße und Funktion entscheidend. Die 2024 ESC-Leitlinie zum chronischen Koronarsyndrom (CCS) bildet hierfür den aktuellen Rahmen.

Laut Abanador-Kamper et al. (2026) erkennt die Kardio-MRT Ischämie, Narben und mikrovaskuläre Störungen präzise, ermöglicht eine zuverlässige Risikostratifizierung und unterstützt Therapieentscheidungen wie Revaskularisation oder medikamentöse Anpassung. Moderne quantitative Perfusionsverfahren und KI-basierte Analysen erhöhen die diagnostische Genauigkeit zusätzlich.