Kardiomyopathien im Kardio-MRT
Kurz & knapp
Die Kardio-MRT ermöglicht die morphologische Phänotypisierung von Kardiomyopathien (z. B. hypertroph vs. dilatativ) sowie die Funktionsbeurteilung. Das LGE-Muster liefert dabei einen zentralen Prognosefaktor und unterstützt die Differenzialdiagnose.
Die vier Fragen zu Kardiomyopathien
Wann? – Indikation
Kardiomyopathien zählen neben KHK und Myokarditis zu den drei Top-Indikationen der Kardio-MRT. Im Vordergrund stehen die morphologische Phänotypisierung (z. B. hypertrophe vs. dilatative Kardiomyopathie) und die Funktionsbeurteilung.
Was? – Befunde nach Subtyp
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)
- Hohe Dunkelziffer, wird häufig im Screening entdeckt
- Primäre (idiopathische) und sekundäre Formen (entzündlich, toxisch, endokrin)
- LGE als Prognosefaktor: häufig mid-wall lokalisiert, wichtig zur Differenzialdiagnose gegenüber der ischämischen Kardiomyopathie
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)
- Häufigste genetische kardiale Erkrankung, häufig bei jungen Männern mit familiärer Häufung
- LGE als Prognosefaktor: klassisch fokal, fleckig, oft mit Bezug zu den Papillarmuskeln
Der Übersichtsartikel von Abanador-Kamper et al. (2026) ordnet dem auch die arrhythmogene und die restriktive Kardiomyopathie zu: Auch hier erlaubt die Kardio-MRT eine präzise Ätiologiezuordnung und liefert prognostisch relevante Parameter.
