Kardiomyopathien: Welche Befunde sind typisch?


Kurz & knapp

Das Befundmuster unterscheidet sich deutlich je nach Subtyp und ist entscheidend für die Ätiologiezuordnung.

Schematische Wandgeometrie der kardiomyopathischen Phänotypen im Kurzachsenschnitt: normaler linker Ventrikel, dilatative Kardiomyopathie (DCM) und hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)
Abb.: Schematische Wandgeometrie der wichtigsten kardiomyopathischen Phänotypen im Kurzachsenschnitt – morphologische Referenz für die Einordnung von DCM und HCM in der Kardio-MRT.

Dilatative Kardiomyopathie (DCM)

LGE häufig mid-wall lokalisiert – im Gegensatz zum subendokardialen Muster der KHK –, globale Dilatation und Funktionseinschränkung.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Asymmetrische oder diffuse Hypertrophie; LGE klassisch fokal-fleckig mit Bezug zu den Papillarmuskeln bzw. an den Insertionspunkten des rechten Ventrikels.

Weitere Subtypen

Arrhythmogene Kardiomyopathie: fibrofettiger Umbau, bevorzugt rechtsventrikulär. Restriktive Kardiomyopathie: diastolische Funktionsstörung bei meist normaler Wanddicke, häufig Hinweis auf eine Infiltrationserkrankung (z. B. Amyloidose) im Mapping.

Diagnostischer Mehrwert

Erst die Kombination aus Morphologie, Funktion, LGE-Muster und Mapping-Werten erlaubt eine verlässliche Subtyp- und Ätiologiezuordnung.

Abb.: Pattern Recognition – Funktion, Mapping und LGE als diagnostische Leitbefunde bei Kardiomyopathien: Differenzierung zwischen dilatativer (DCM) und hypertropher… Funktion DCM: EF ↓, Dilatation HCM: Hypertrophie ± Obstruktion Mapping ECV ↑ (DCM, diffus) T1 nativ ↑ (HCM, fokal) LGE DCM: mid-wall-septal HCM: fokal, RV-Insertion Diagnose Dilatative / Hypertrophe Kardiomyopathie DD: ischämische CMP, Speicherkrankheit herzbildgebung.nrw
Abb.: Pattern Recognition – Funktion, Mapping und LGE als diagnostische Leitbefunde bei Kardiomyopathien: Differenzierung zwischen dilatativer (DCM) und hypertropher Kardiomyopathie (HCM).
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Sprecherin der DGK-Arbeitsgruppe 21 (Kardio-MRT)

Über die Autorin

Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.

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