T1-Mapping


Kurz & knapp

T1-Mapping misst pixelweise die longitudinale Myokard-Relaxation. Diffuse Veränderungen wie Fibrose oder Entzündung verlängern die native T1-Zeit. Aus nativem und Post-Kontrastmittel-T1 lässt sich unter Hämatokrit-Adjustierung das Extrazellularvolumen (ECV) berechnen.

Wie? – Technik

T1-Maps zeigen die longitudinale Myokard-Relaxation mit absoluten T1-Werten pro Pixel. Die Normwerte sind institutsspezifisch und hängen von Hersteller, Scanner, Feldstärke und Sequenz ab – ein direkter Vergleich zwischen unterschiedlichen Zentren ist daher nur eingeschränkt möglich.

Was? – Befundinterpretation

Diffuse Myokardveränderungen, etwa durch Fibrose oder Entzündung, verlängern die native T1-Relaxationszeit. Aus dem nativen T1-Wert und dem T1-Wert nach Kontrastmittelgabe lässt sich unter Berücksichtigung des Hämatokrits das Extrazellularvolumen (ECV) errechnen – ein quantitatives Maß für diffuse Fibrose, das insbesondere bei Kardiomyopathien und Myokarditis zur Anwendung kommt.

Multiparametrische Mapping-Matrix: typische Veränderungen von nativem T1, T2 und ECV bei Myokarditis, Amyloidose, Fabry-Krankheit, hypertropher Kardiomyopathie, Sarkoidose und Myokardinfarkt
Abb.: Multiparametrische Mapping-Matrix – typische Veränderungen von nativem T1, T2 und ECV bei häufigen kardialen Erkrankungen im direkten Vergleich.

Besonderheiten bei Frauen

Native T1-Zeit und ECV sind bei Frauen im Mittel signifikant höher als bei Männern (z. B. natives T1 rund 1025 vs. 1000 ms, ECV rund 28 vs. 25 % in publizierten Kohorten). Werden geschlechtsunabhängige Referenzwerte verwendet, drohen Fehlklassifikationen zwischen gesund und krank – die Befundung sollte daher konsequent geschlechtsspezifische Normwerte berücksichtigen.

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Abb.: Zusammenfassung der T1-Mapping- und ECV-Befunde nach Erkrankung. T1-Mapping / ECV KHK ECV ↑ im Narbenareal (fokal) nativ meist unauffällig (chron.) Myokarditis T1 nativ ↑ (diffus/regional) ECV ↑ begleitend Kardiomyopathien DCM: ECV ↑ (diffuse Fibrose) HCM: T1 nativ ↑ (hypertroph) Sarkoidose ECV ↑ in floriden/ fibrotischen Arealen Amyloidose T1 nativ stark ↑ ECV stark ↑ (> 40 %) Raumforderungen T1 ↑ bei vitalem Tumorgewebe kein Signal bei Thrombus herzbildgebung.nrw
Abb.: Zusammenfassung der T1-Mapping- und ECV-Befunde nach Erkrankung.
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Sprecherin der DGK-Arbeitsgruppe 21 (Kardio-MRT)

Über die Autorin

Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.

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