KHK: Welche Befunde sprechen dafür?


Kurz & knapp

Das ischämische Befundmuster ist klar koronarterritorial und subendokardial bis transmural verteilt – ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal zu nicht-ischämischen Ursachen.

LGE-Muster

Subendokardial beginnend, bei größerem Infarkt transmural fortschreitend; streng koronarterritorial verteilt entsprechend dem Versorgungsgebiet von LAD, RCX oder RCA.

Ischämische LGE-Verteilungsmuster: subendokardiales Enhancement, transmurales Enhancement und fokal transmurales Enhancement, jeweils streng koronarterritorial
Abb.: Ischämische LGE-Verteilungsmuster – subendokardial beginnend, bei größerer Infarktausdehnung transmural fortschreitend, stets streng koronarterritorial. Modifiziert nach: Berlot B, Bucciarelli-Ducci C, Palazzuoli A, Marino P. Myocardial phenotypes and dysfunction in HFpEF and HFrEF assessed by echocardiography and cardiac magnetic resonance. Heart Fail Rev. 2020;25(1):75–84. doi: 10.1007/s10741-019-09880-4 (CC BY 4.0).

Perfusionsdefizit

Regionale, koronarterritoriale Minderperfusion unter Stress, häufig mit korrespondierendem Late-Enhancement. Details zur Sequenztechnik siehe Stress-Perfusion im Kardio-MRT.

Perfusionsmuster in der Kurzachse (First-Pass-Perfusion): Vergleich von Ruhe- und Stress-Perfusion bei Normalbefund, induzierbarer Minderperfusion (Ischämie) und Infarktnarbe
Abb.: Perfusionsmuster in der Kurzachse unter Ruhe- und Stress-Bedingungen (First-Pass-Perfusion). Eine unter Stress induzierbare, in Ruhe nicht nachweisbare Minderperfusion spricht für eine Ischämie; eine auch in Ruhe nachweisbare, fixierte Minderperfusion für eine Infarktnarbe.

Wandbewegungsstörungen

Regionale, dem Versorgungsgebiet entsprechende Hypo- bis Akinesie in den Cine-Sequenzen.

Vitalität vs. Narbe

Der Transmuralitätsgrad des LGE korreliert invers mit der Erholungswahrscheinlichkeit nach Revaskularisation (Faustregel: >50 % transmural – geringe Erholungswahrscheinlichkeit).

Abb.: Pattern Recognition – Funktion, Mapping und LGE als diagnostische Leitbefunde bei koronarer Herzkrankheit. Funktion Regionale Wandbewegungsstörung Perfusionsdefizit (Stress) Mapping ECV ↑ im Narbenareal T2 ↑ bei akutem Infarkt LGE Subendokardial → transmural, streng koronarterritorial Diagnose KHK / Infarktnarbe DD: nicht-ischämische Kardiomyopathie herzbildgebung.nrw
Abb.: Pattern Recognition – Funktion, Mapping und LGE als diagnostische Leitbefunde bei koronarer Herzkrankheit.
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Sprecherin der DGK-Arbeitsgruppe 21 (Kardio-MRT)

Über die Autorin

Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.

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