KHK: Wann ist eine Kardio-MRT indiziert?
Kurz & knapp
Bei Verdacht auf koronare Herzkrankheit liefert die Kardio-MRT eine strahlungsfreie, kombinierte Beurteilung von Funktion, Ischämie und Vitalität und ist gemäß 2024-ESC-Leitlinie zum chronischen Koronarsyndrom (CCS) eine zentrale nichtinvasive Option in der Ischämiediagnostik.
Typische klinische Konstellation
Patienten mit Angina-pectoris-Symptomatik oder unklaren thorakalen Beschwerden bei intermediärer Vortestwahrscheinlichkeit für KHK, oder nach stattgehabtem Infarkt zur Vitalitäts- und Infarktgrößenbestimmung.
Indikation nach ESC-Leitlinie
Die 2024-ESC-Leitlinie zum chronischen Koronarsyndrom empfiehlt bei intermediärer Vortestwahrscheinlichkeit eine nichtinvasive Ischämiediagnostik; die Stress-Kardio-MRT ist hierfür eine leitliniengerechte Methode mit hoher diagnostischer Genauigkeit.
Abgrenzung zu CT und invasiver Angiographie
Die Koronar-CT eignet sich primär zum anatomischen Stenosenachweis bzw. -ausschluss bei niedriger bis moderater Vortestwahrscheinlichkeit. Die Kardio-MRT ergänzt dies um die funktionelle Relevanz (Ischämienachweis) und die Gewebecharakterisierung (Vitalität, Narbe) – ohne Strahlenexposition.
Vitalitätsdiagnostik nach Infarkt
Vor geplanter Revaskularisation liefert die Kardio-MRT über das LGE-Ausmaß eine verlässliche Aussage zur Erholungsfähigkeit des Myokards.
Über die Autorin
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.
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