Kardiomyopathien: Wann ist eine Kardio-MRT indiziert?
Kurz & knapp
Bei Verdacht auf eine Kardiomyopathie liefert die Kardio-MRT die genaueste nichtinvasive morphologische Phänotypisierung und ist gemäß 2023-ESC-Leitlinie zu Kardiomyopathien fester Bestandteil des diagnostischen Algorithmus.
Typische klinische Konstellation
Unklare linksventrikuläre Hypertrophie oder Dilatation, familiäre Häufung kardialer Erkrankungen oder plötzlicher Herztod, oder eine auffällige Echokardiographie mit unklarer Ätiologie.
Indikation nach ESC-Leitlinie
Die 2023-ESC-Leitlinie zu Kardiomyopathien empfiehlt die Kardio-MRT bei allen Patienten mit gesicherter oder vermuteter Kardiomyopathie zur Ätiologieklärung – insbesondere zur Abgrenzung ischämisch vs. nicht-ischämisch sowie zur Identifikation spezifischer Infiltrations- oder Speichererkrankungen.
Familiendiagnostik
Bei genetisch bedingten Kardiomyopathien, v. a. der hypertrophen Kardiomyopathie, wird die Kardio-MRT auch im Rahmen des Familienscreenings eingesetzt, da sie frühe morphologische Veränderungen vor Manifestation in der Echokardiographie erkennen kann.
Abgrenzung zur Echokardiographie
Die Echokardiographie bleibt Basisdiagnostik; die Kardio-MRT ergänzt sie um eine präzisere Volumetrie, Gewebecharakterisierung und die Möglichkeit zur Ätiologiezuordnung.
