T2-Mapping


Kurz & knapp

T2-Mapping misst pixelweise den myokardialen Wassergehalt: Ein akutes Myokardödem – etwa bei Myokarditis oder im akuten Infarktstadium – verlängert die T2-Relaxationszeit. Seit der Aktualisierung der Lake-Louise-Kriterien 2018 ergänzt bzw. ersetzt T2-Mapping die klassische T2-Wichtung im CMR-Nachweis einer Myokardentzündung.

Wie – Technik

T2-Maps quantifizieren pixelweise die transversale Myokard-Relaxationszeit, meist mittels T2-präparierter bSSFP- oder GraSE-Sequenz in einer kurzen Atemanhaltephase pro Schicht. Anders als die klassische T2-gewichtete „Dark-Blood“-Aufnahme liefert die Map absolute Werte in Millisekunden statt eines rein visuellen Signalvergleichs und ist dadurch deutlich weniger anfällig für Oberflächenspulen-Inhomogenitäten und langsame Blutfluss-Artefakte. Referenzwerte sind feld- und sequenzabhängig (z. B. bei 1,5 T ca. 50–56 ms mittels GraSE) und sollten institutsspezifisch validiert werden.

Was – Befundinterpretation

Ein akutes Myokardödem verlängert die T2-Relaxationszeit gegenüber gesundem Myokard. Nach den 2018 aktualisierten Lake-Louise-Kriterien gilt der CMR-Nachweis einer Myokardentzündung als erfüllt, wenn mindestens ein T2-basiertes Kriterium (erhöhtes globales T2 bzw. regionales T2-Signal) UND mindestens ein T1-basiertes Kriterium (erhöhtes natives T1, erhöhtes ECV oder positives LGE) vorliegt. Gegenüber der klassischen T2-Wichtung erhöht die quantitative T2-Map die Sensitivität, da sie ödematöse Areale auch bei diffuser oder globaler Beteiligung objektiv erfasst, statt auf einen regionalen Signalvergleich zu einem vermeintlich gesunden Referenzareal angewiesen zu sein.

Multiparametrische Mapping-Matrix: typische Veränderungen von nativem T1, T2 und ECV bei Myokarditis, Amyloidose, Fabry-Krankheit, hypertropher Kardiomyopathie, Sarkoidose und Myokardinfarkt
Abb.: Multiparametrische Mapping-Matrix – typische Veränderungen von nativem T1, T2 und ECV bei häufigen kardialen Erkrankungen im direkten Vergleich.
Abb.: Zusammenfassung der T2-Mapping-Befunde (Myokardödem) nach Erkrankung. T2-Mapping KHK T2 ↑ nur bei akutem Infarkt chronisch meist unauffällig Myokarditis T2 ↑ (Ödem) Kernkriterium (Lake-Louise) Kardiomyopathien Meist unauffällig außer akute Exazerbation Sarkoidose T2 ↑ in floriden Entzündungsherden Amyloidose Meist unauffällig keine Entzündungskomponente Raumforderungen T2 ↑ bei vitalem/ödematösem Tumorgewebe herzbildgebung.nrw
Abb.: Zusammenfassung der T2-Mapping-Befunde (Myokardödem) nach Erkrankung.
Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Sprecherin der DGK-Arbeitsgruppe 21 (Kardio-MRT)

Über die Autorin

Prof. Dr. med. Nadine Abanador-Kamper ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Sprecherin der Arbeitsgruppe 21 (Magnetresonanztomographie) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und zertifiziert als DGK Level 3 sowie SCMR Level III für kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie. Zudem verfügt sie über umfangreiche klinische Erfahrung als Leiterin der kardiologischen Notaufnahme und Chest Pain Unit. Ihre wissenschaftlichen Publikationen rund um Herzbildgebung und Kardio-MRT finden Sie auf PubMed.

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